Eilean Donan Castle

imageEilean Donan Castle – with my Canon 1DX

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Über digitale Kakophonie und Follower-Wahn

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Über digitale Kakophonie und Follower-Wahn

Kürzlich hat mich eine Online Agentur angerufen. Das unausschlagbare Angebot: „wir sind die Besten in unserem Fach, wir wissen wie Social Media funktioniert und können Ihnen helfen!“. Ein fünfminütiger Monolog folgte. Am Ende bot mir der Anrufer mehrere Termine zur Auswahl an, um mir alles persönlich „kostenlos und unverbindlich“ vorzustellen. Ich strotze vor Demut und Dank bei soviel Wahlfreiheit,  dann nahm ich ihm das Wort und schmetterte ein freundliches „Danke, kein Interesse“ entgegen.

In einer Zeit der um sich schlagenden „How to manage Social Media“ –Abhandlungen von Bloggern, Experten, kleinen und großen Agenturen kann man leicht den Überblick verlieren. Jeden Tag wird eine neue Social Media Rezeptur getwittert oder innerhalb diverser Business Netzwerke verbreitet. Kakophonie pur. Was eigentlich noch fehlt, ist ein neues Yps-Heft mit „Social Media Gimmick“.

Es ist ja mittlerweile wunderschön einfach, ein Social Media 360 Grad Rundum-Sorglos-Paket von der Stange einzukaufen. In einigen Fällen gibt es gar Tausende von Followern obendrauf, unterm Ladentisch. Dass dann der Schuss nach hinten losgehen kann, haben einige Ereignisse der jüngeren Vergangenheit gezeigt, ob Künstler oder große Marken: einmal enttarnt, werden auch schon mal ganze Follower Heerscharen dezimiert, mit fatalen Folgen für das eigene Image. Dabei kann sich ein jeder ein Reim machen, wie es sich mit dem Verhältnis „Follower“ und „Response“ verhält: ich habe soeben im Account der Twitter Königen Lady Gaga gewühlt: auf 32 Millionen Followern kommen pro Tweet gerade mal einige wenige Tausend Retweets und Favs. Das ist eine Response Rate von gerundet etwa 0,02%, also niedriger als der aktuelle Euribor Zinssatz. Vielleicht ist diese Arithmetik nicht fair, da ihr gerade ein Hit fehlt. Oder es liegt einfach daran, dass geschätzt etwa Dreiviertel aller Gaga Follower entweder Fake Accounts oder einfach komplett inaktiv sind, also eben gaga (Quelle: StatusPeople – London). PS: Justin Biber schafft es auf eine Nachkomma-Stelle besser, immerhin.

Das Drama der absoluten Missverhältnisse findet man leider auch in unseren Breitengraden, verschärft durch einen Regelbruch, den sich immer noch viele Unternehmen leisten: nämlich permanent und dreist Marketing Messages und Verkaufsangebote zu hyperventilieren, als ob die eigene Fan- und Konsumentenbase nichts anderes ist als eine  Truppe von Kaufreizsüchtigen, verurteilt in der digitalen Fixerstube abzusitzen. Zumal die Firmen-Postings mitunter in einer Frequenz und G-Kraft herausgeballert werden, die jede Timeline explodieren lässt. Email Spam war gestern, Feed Spam ist heute. Natürlich befeuert durch entfesselte User und Selbstdarstellungsneurotiker, die ihren Senf zur Feed Orgie dazugeben: Meldungen über eigene Darmstörungen, Fotos von Gulasch-Gerichten (zum xten mal), Tweets mit profansten Pseudo-Aphorismen und nichtssagenden Inhalten, die meistens auch noch unbeachtet bleiben sowie Live-Mitteilungen über „Bauer sucht Frau“, gespickt mit durchschnittlich 11 Fehlern auf 10 Wörtern im Text. Als User bekenne ich mich mitschuldig im Reigen der Statusmeldungen von Weltbedeutung  – hoffentlich mit geringerer Fehlerrate. Und vielleicht war sogar mein Posting vom 10.Dezember die Ursache für den vorübergehenden Absturz des heißgelaufenen  Facebook Servers,  sorry folks! Inhalt meiner Meldung: „#Weltuntergang am 21.Dezember – welche Notapotheken haben eigentlich geöffnet ?“.

Auch immer wieder schön zu sehen: selbsternannte „Entrepreneurs“, die im Viertelstundentakt  die neuesten Meldungen über Technologie, Innovation  und Trends  ungelesen (?!) weitertwittern und  Massen von wiederum inaktiven Followern entgegen schleudern.  Früher waren es umfallende Säcke in China, heute ist es irgend ein umfallender Chip in einer japanischen Halbleiterfabrik. Sorgen muss man sich ja nicht um die Gesundheit dieser zwitschernden Langstreckenläufer, da sie schlau genug sind im Umgang mit noch schlaueren Autopilot-Tools. Hauptsache man gibt sich im Business den digitalen Heiligenschein, indem man ständig auf die New York Times, Mashable.com und Spiegel Online verweist.

Was wir erleben ist  ein Tanz ums digitale Kalb, choreographisch verlängert bis in unsere Marketingstuben – tägliche, unaufgeforderte Email Angebote mit  bis zu 8,5 MB Anhängen (man sollte dies bestrafen!),  Werbepost sowie manisch-depressive Telefonverkäufer, die leider selbst Opfer einer anachronistischen Verkaufsstrategie ihrer Unternehmensleitungen sind.

Was bedeutet all dies für uns? Na klar: Mitmachen bei diesem Tanz! Aber möglichst gelenkig, bestenfalls mit autogenem Training und Yoga kombiniert! Sonst droht der Bandscheibenvorfall. Ergo: Informationsströme managen, insbesondere den eigenen Verstand einschalten und auch mal Mut zu haben, im Zweifel NEIN zu sagen zum neuesten, kolportierten „Trend“.  Und niemals vergessen: für einen Betrieb geht es um echte Wertschöpfung für beide Seiten, die sich elementar aus Produkt- und Servicezufriedenheit, Differenzierung und Weiterempfehlungsbereitschaft ernährt. Der Einsatz von Social Media sollte dafür einer Leitstrategie folgen.

Autor: Nidal Sadeq, im Dezember 2012

Twitter: @nidal_sadeq, Instagram: @bottropx, Blog: https://nidalsadeq.wordpress.com

Dieser Artikel erscheint als Gastbeitrag in der Fachzeitschrift parkscout | plus (s.auch parkscout.de)

NACHTRAG 26.Dezember 2012:

Köstlich! Mein  Twitter Acount wurde in der letzten Nacht mit einer Unzahl von inaktiven Followern „aufgebrezelt“, Urheberschaft völlig unbekannt.  Zufall ? Ein guter Teil davon konnte  Dank „Freund & Helfer“ geblockt werden, so dass die Followerzahl noch am gleichen Tag wieder deutlich geschrumpft ist . Wer hätte gedacht, dass der Weihnachtsmann auch Scherzkekse im Sack hat anstelle von Lebkuchen und Marzipan.

 

Eine Begegnung zwischen Himmel und Erde – mitten im Wohnzimmer

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Noch im Zustand des Schocks, verwirrt und aufgewühlt, schreibe ich diese Zeilen.

Aus dem Wochenendurlaub zurückgekehrt. Es ist Nacht. Stille umringt das an einem Waldstück gelegene Haus, das ich betrete.  Routinemäßig öffne ich die Haustür und werfe das Licht an im Eingangsbereich. Ich laufe durch den Flur und öffne die Tür zum Kaminzimmer. Das Licht im Flur erhellt den vorderen Bereich des Kaminzimmers und sofort merke ich, dass hier etwas nicht stimmt: direkt an der Türschwelle liegt  Papier, das vorher dort nicht lag.

In der Ferne des dunklen Raumes erkannte ich durch die Lichtreflektion eine umgefallene, auf dem Boden kopfüber liegende Deko-Schale. Ein Blick zum (vergitterten) Fenster nach links offenbarte eine nach unten baumelnde Gardine. Das Fensterglas, nur schemenhaft erkennbar im nahezu dunklen Raum, schien aber nicht kaputt zu sein. Gedanken schossen von der rechten zur linken Gehirnhälfte:  OK…innehalten, ruhig bleiben, mit dem Schlimmsten rechnen und erstmal für Licht sorgen in diesem sehr großen Raum.

Um dieses zu tun, muss ich also tiefer hineineinschleichen, dorthin am Ende des Zimmers zur Ecke,  wo eine Ikea-Stehlampe auf mich freundlich wartet (die Glühbirne einer Stehlampe direkt am Zimmereingang hatte ihren Geist aufgegeben). Ich schreitete voll konzentriert, vorsichtig und zugleich entschlossen in das Vakuum dieses Wohnzimmers hinein, mich auf meine biologischen Sensoren und Reflexen verlassend. Zumindest habe ich mir das so eingeredet. In Wahrheit steuerte mich jedoch die Logik meines Stammhirns. Denn es wollte schnell Erkenntnis. Die Logik ist ja: hier muss etwas passiert sein, also geh´und mach das Licht an! Die Großhirnrinde seufzte derweil, ein so klarer Gedanke wie „Hol Dir erstmal eine Taschenlampe“ schaffte nicht die Ausweg hinauf durch die Röhre des biochemischen Tornados, das gerade mein Verstand erlitt. So lief ich also hinein ins Dunkle, um Licht zu holen.

Nach gefühlten sieben oder acht Metern, auf halbem Wege zur Lampe vorne links, stockte mein Atem erneut: eine Art Geraschel, das nur eine Sekunde anhielt und aus der rechten Ecke des Wohnzimmers, das ich räumlich passiert hatte, entfaltete seinen Klang durch die Finsternis des Raumes. Ich blieb stehen und drehte mich um, den vollständig getrübten Blick auf jene Ecke gerichtet und vom Drang geleitet, geradeaus durch die Wohnzimmertür hinauszuflüchten in den beleuchteten Flur. Mein Stammhirn sagte zu mir: abhauen, schnell, hier kauert ein Typ, ein Unterweltler in der Ecke! Hier versteckt sich ein Einbrecher. Es sagte mir auch: Du musst Dich beeilen, denn er kann Dir noch immer den Weg abschneiden.

Tiefster Winterfrost durchzog meinen Körper für einen Sekundenbruchteil. Ich setzte an, wie ein Hundertmeter-Läufer, um loszusprinten, raus erstmal in den Flur, wo ein Baseballschläger dekorativ steht. Der von meinem klugen Stammhirn schnell zusammengestrickte Plan sah vor, mir diese große Keule zu schnappen und komplett aus dem Haus rauszurennen, bereit mich zu verteidigen (sind hier noch mehr „Gäste“ ??!), bereit in die Dunkelheit des Waldes zu rennen. Dass mein Blackberry-Akku zu 99% leer war, spielte in diesem Moment übrigens keine Rolle, ausser, dass ich wusste, dass ich nur einen „Schuss“ haben würde, um einen Notruf gerade noch absetzen zu können. Es bräuchte nur eines Besetztzeichens  – und das Ding ist abgesoffen…

Mein Sprint endete direkt auf der Startlinie. Kein Entkommen! Denn es passierte  Unfaßbares. Und unfaßbar meint „unfaßbar“, körperlich und verstandesmäßig. Ein großes Etwas erhob sich aus der besagten Ecke und flog mit mächtig ausgebreiteten Flügeln über mein Kopf hinweg raus in den Flur. Dort, wo Licht ist. Und wo die Freiheit wartete, nach der sich eine große, in meinem Kaminzimmer eingesperrte Eule so gesehnt hatte.

Das Raum-Zeit-Kontinuum zerfloß, alle Logik, die mir innewohnte, zerbarst in Nanosekunden und mein Stammhirn stotterte wie ein alter Diesel-Motor. Wie kam diese Eule hinein ? Bin ich in einem Märchen gelandet und warten jetzt noch die sieben Zwerge auf mich ? Will mich Harry Potter foppen ? Geschieht hier ein religiöses Wunder ? Wandelt ein alter griechischer Gott durch die Flure des Hauses ? Ergriffen und langsam zur Besinnung kommend lief ich in den Eingangsbereich, um erstmal diese wunderschöne, majestätische Eule in die Nacht zu entlassen. Ich schaltete endlich das Licht an im Wohnzimmer: die Fenster waren unbeschädigt. Die Eule muss durch den Kamin hineingeflogen sein.

(c) Nidal Sadeq, 12.November, 2012

// Upstairs // Gelsenkirchen, Nordstern, Germany – (c) Nidal Sadeq, 2012

// Upstairs // Gelsenkirchen, Nordstern, Germany – (C) Nidal Sadeq, 2012

On that day I was at the cole mine Nordstern on discovery tour. Actually my objective was to capture the industrial beauty of the site. I did a lot of shots but deleted all afterwards, except this photo, which is everything, but not „industrial“…it was a pure coincidence seeing this guy with his kid walking upstairs against a massive concrete wall…I positioned myself accordingly and tried to capture the entire scenery. A lucky shot showing an absurd struggle of legs and wheels against concrete.

An diesem Tag war ich unterwegs in der Zeche Nordstern bei Tageslicht, am Abend sollte hier noch ein Programm folgen zur „Extraschicht“, eine tolle, jährliche Veranstaltung zur Industriekultur, an welcher das gesamte Ruhrgebiet teilnimmt. Von all den Fotos blieb nur dieser Glücksschuss hängen, das Beine und Räder zeigt im Kampf gegen einen massiven Beton-Block. Ich habe mich schnell niedergekniet und eine Perspektive gewählt bei entsprechender Blendeneinstellung, um die Wirkung der gewaltigen Betonmasse zu verstärken. Der Kopf des Vaters ist bewusst nicht abgebildet. Dass nun die kleine Hand des Kindes, eine Trinkflasche haltend, herausbaumelt, hat mir besondere Freude am Motiv beschert.

// In Love with Gehry Style // Gehry building in Düsseldorf, Germany – (c) Nidal Sadeq, 2012

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// In Love with Gehry Style // Gehry building in Düsseldorf, Germany – (c) Nidal Sadeq, 2012.

Last weekend I had the pleasure to enjoy the sunny weather in Düsseldrof. Short before meeting a friend at Starbucks I walked around the Mediahafen area. I haven´t had my Canon but I could not withstand to try a shot with my iPhone; I edited the picture immediately and uploaded it to Instagram. Gehry is one of the greatest architects known for his signature buildings. I am not happy at all with the quality of the photo, but I guess that the edit style is worth showing it. I gave the cloudy sky a dark mood and worked the building accordingly in contrast to the sky. I may remove the photo from the blog, not sure yet…

// Wheel // Berlin, Gendarmenmarkt – (c) Nidal Sadeq, 2012

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// Wheel // Berlin, Gendarmenmarkt – (c) Nidal Sadeq, 2012

I spent some vacation days in Berlin visiting old friends and colleagues; during my walk through the city I saw this unreal scenery of some disabled people waiting for something and at the same time lot of traffic by pedastrians and bicycle riders around them…and this remarkable texture of small stones. I tried different angles and a lot of shots and kept patient until I got this shot done; the blurry outcome is intended, guess why…

Photo is shot with my Canon 5D MK II

// Mobile Home // (c) Nidal Sadeq, 2012

Discovered in Cologne under a bridge. I was having a business meeting and on my way to the inner city I made this discovery. I showed this Pic to others and I was always asked the same question – is this mobile home belonging to anybody ? I have no idea! Just saw a punk leaving the site before arriving…